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In vielen Fachbüchern zum Thema Laufen findet sich in der Auflistung der Vorteile des Laufsports u.a. der Hinweis, daß Laufen eine billige Sportart sei. Dies kann man heute getrost als humorige Anekdote der Historie betrachten. Andreas Butz hat in seinem Buch Runners High - Die Lust zu laufen eine kleine Rechnung für den ambitionierten Hobby-Wettkampfläufer aufgemacht, die auf jährliche Ausgaben von EUR 2500 rund um das Laufen kommt. Eine Rechnung, die ich nicht für übertrieben halte. Trotzdem: Man kann den Laufsport durchaus auch für weniger Geld geniessen. Es ist eben, wie so oft im Leben, eine Frage der persönlichen Ansprüche.

Laufschuhe

Es gibt nur einen einzigen Punkt, über den ich nicht mit mir diskutieren lasse, und das ist die Qualität der Laufschuhe. Angesichts der enormen Belastung die ein Schuh bei jedem Aufkommen auf dem Boden aushalten muß und angesichts der Tatsache, daß ein guter, individuell passender Laufschuh damit die beste Vorbeugung vor Überlastungssyndromen und Verletzungen ist, sollte man hier nicht geizen und zu irgendwelchen Wühltischangebooten im Supermarkt greifen. Diese Schuhe sehen zwar fast so aus, wie richtige Laufschuhe, bestehen aber oftmals aus minderwertigen Materialien und sind im Detail nicht durchdacht. Selbst die Marke sollte sie nicht täuschen, denn viele Top-Hesteller werfen Billigramsch auf den Markt, der grob gesundheitsgefährdend ist.

Ein moderner Laufschuh ist ein Hightech-Produkt und die Sportartikelhersteller haben in den vergangenen 25 Jahren enorme Gelder in die Forschung und Entwicklung gesteckt. Diese haben sich durchaus ausgezahlt. Ob es allerdings gerechtfertig ist, für, mit einem Silicongel gefüllte Dämpfungskissen in Bonbongröße, die in die Mittelsohle integriert sind, einen zusätzlichen Preis bezahlen zu müssen, der dem Aufwiegen dieser Dingerchen in Gold entspricht, das ist eine diskussionswürdige Frage. Aber wer der Meinung ist, die Preisbildung auf unvollkommenen Märkten hätte viel mit den Herstellungskosten zu tun, dem lege ich ans Herz, meine Marketing-Vorlesungen zu besuchen.

Was zeichnet einen guten Laufschuh aus?

Er muß dämpfen, stützen und den Fuß, im Sinne eines optimalen biomechanischen Bewegungsablaufes, führen. Nun gibt es aber leider nicht den optimalen Schuh, sondern aufgrund des Umstandes, daß wir alle unterschiedliche körperliche und biomechanische Voraussetzungen mitbringen, ist die Frage nach dem optimalen Schuh eine höchst individuelle Angelegenheit, auf die hier im Detail einzugehen nicht der Ort ist. Ein Schuh, der für Läufer A optimal ist, kann für Läufer B ein Gesundheitsrisiko darstellen. Läufer A schwebt in seinem Schuh wie auf Wolken und möchte ihn gar nicht mehr ausziehen, während Läufer B den gleichen Schuh nach wenigen Kilometern schmerzgeplagt im gesamten Bewegungsapparat verzweifelt vom Fuß reißt und in die Wegböschung feuert.

Normalpronieren
 

Normale Pronation

Keine Überpronation (Knicken nach innen) oder Supination (Knicken nach außen) zu erkennen. Hier empfehlen sich Schuhe für sog. Normalfußläufer ohne spezielle Stützelemente auf einem leicht bis stark gebogenen Leisten.

Normalproniererschuhe
 

So sehen alte Laufschuhe eines Normalpronierers aus. Es ist kein Schiefstand zu erkennen.

Überpronation
 

Überpronation

Die an sich natürliche Pronationsbewegung des Fußgelenkes findet bei Überpronierern in übertriebener Form statt, was Überlastungsbeschwerden an Fußgelenken, Knien, Hüften, bis zum unteren Rücken zur Folge haben kann. Der Fuß knickt nach innen weg.

Schuhe für Überpronierer besitzen im medialen Bereich spezielle Stützelemente und sind über einem leicht gebogenen bis geraden Leisten gefertigt, um die Pronationsbewegung abzuschwächen bzw. zu neutralisieren.

Überproniererschuhe
 

So sehen alte Laufschuhe eines Überpronierers aus. Deutlicher Schiefstand der Schuhe nach innen durch die intensivere mediale Beanspruchung der Mittelsohle.

Supination
 

Supination

(bzw. Übersupination oder auch Unterpronation). Der Fuß rollt nicht nach dem Aufsetzen hinten außen nach vorne innen (über das Großzehengrundgelenk) ab, sondern über die Außenkante des Fußes. Schuhe für Supinierer sind im Außenbereich der Mittelsohle gestützt und sind leider auf dem Markt rar. Findet sich kein spezielles Supniniermodell, sind Neutralschuhe die beste Wahl.

Supiniererschuhe
 

So sehen alte Laufschuhe eines Supinierers aus (der zudem Schuhe mit Überpronationsstütze getragen hat). Deutlicher Schiefstand der Schuhe nach außen durch die intensivere laterale Beanspruchung der Mittelsohle.

Die Hersteller begegnen diesem Faktum mit einer für den Laien unüberschaubar erscheindenden Modellpalette, die den verschiedenen, typischen Eigenheiten einer möglichst großen Zahl von Läufern eine Problemlösung anbieten soll, dabei aber keineswegs wiiklich ein individuelles Optimum ermöglicht. Im Grunde ist es für die meisten Läufer leider so, daß man trotz Variantenvielfalt das kleinste aller Übel wählen muß. Hersteller wie Adidas (miadidas) und Nike (nike_id) begegnen diesem klassischen Problem in jüngerer Zeit mit flexiblen Fertigungs- und Vermarktungskonzepten, die einer individuellen Maßfertigung schon deutlich näher kommen, ohne daß der Käufer dafür extrem tief in die Tasche langen muß. Wer im herkömmlichen Sortiment nicht fündig wird, der ist sicherlich gut beraten sich mit diesen innovativen Angeboten näher zu beschäftigen.

In jüngerer Zeit ist zu beobachten, daß viele unsichere und u.U. auch unredliche Verkäufer ihrer unerfahrenen Klientel bevorzugt Modelle für Überpronierer zu verkaufen, auch wenn keine ausgeprägte Überpronation zu diagnostizieren ist. Dies liegt einerseits an der weitaus größeren Auswahl an Modellen in diesem Segment, die man dem Kunden präsentieren kann, andererseits daran, daß diese Modelle um ca. 30-50 EUR teuerer sind, als z.B. ein Neutralschuh. Gewinnmaximierung auf Kosten der Gesundheit der Kunden?

Wo kaufen?

LaufshopUnerfahrene Laufschuhkäufer sind gut beraten, wenn Sie ein auf Laufsport spezialisiertes Fachgeschäft aufsuchen. Wird dieser Laden (über viele Jahre hinweg bereits) von einem Läufer betrieben oder arbeiten dort passionierte, erfahrene Läufer, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß Sie dort fachlich gut beraten werden. Nehmen Sie ein altes Paar Schuhe (Lauf- oder Straßenschuhe) mit, denn aus dem Abnutzungsmuster kann ein guter Verkäufer viele Informationen ziehen. Das Vorhandensein eines Laufbandes und einer Videokamera im Geschäft ist noch kein ausreichendes Qualitätskriterium für eine gute Beratung. Entscheidend ist, ob der Verkäufer die Information optimal interpretieren kann. Gehen Sie zu der Tageszeit einkaufen, zu der sie üblicherweise auch trainieren, weil Ihre Füße abends größer sind, als am Morgen und tragen Sie die Socken, die sie gewöhlich auch zum Laufen tragen. Sollten Sie orthopädische Einlagen tragen, bringen Sie diese auch mit. Und - bringen Sie Zeit mit. Der Kauf von Laufschuhen kann locker eine Stunde oder länger dauern, wenn Sie ordentlich beraten und bedient werden.

Erfahrene Läufer brauchen i.d.R. keine Beratung und kennen sich nicht selten besser aus, als die Masse der Schuhverkäufer. Für solche Läufer ist es unbedingt lohnend, auch in allgemeinen Sportgeschäften, Restpostenverkäufen, Fabrikverkaufsstellen etc. auf Schnäppchenjagd zu gehen.

Stichwort Schnäppchenjagd: Angesichts der horrenden Preise für ein Paar guter Laufschuhe (bis 100-150 EUR) ist es ratsam, sich an die oftmals deutlich reduzierten Auslaufmodelle vieler Hersteller zu halten, die sich oft, aber nicht immer, nur in der Farbstellung von ihren Nachfolgemodellen unterscheiden. Sind Sie mit einem bestimmten Modell besonders glücklich, gehen Sie gezielt auf Suche nach Auslaufmodellen und kaufen Sie sich gleich für wenig Geld einen Vorrat für die Zukunft - man weiß nie, ob man jemals wieder einen so tollen Schuh bekommen wird. Ich persönlich denke mit Wehmut an meine heißgeliebten Nike Air Structure Modell 1991 zurück, und ich werde es mir wohl nie verzeihen können, daß ich damals nicht gleich zehn Paar gekauft habe.... . Warum also nicht auch ein bereits bewährtes Modell bei ebay ersteigern?

Laufschuhe von Aldi, Lidl, Norma, Penny etc.? Lassen Sie die Finger von diesem Schrott! Bis dato hab ich dort noch kein einziges solides Paar Laufschuhe zu Gesicht bekommen. Ist die Laufbekleidung dort durchaus von gutem Preis-Leistungsverhältnis (wenngleich selten mit Liebe zum Detail ausgestattet und gefertigt), halten die Schuhe bislang nicht Schritt.

Wie sich informieren?

Auch wenn Sie sich vertrauensvoll in die Hände eines Fachverkäufers begeben wollen, schadet es keineswegs, sich ein wenig vorzuinformieren. Ausführliche, fachlich und methodisch solide Tests finden sich zweimal jährlich in den einschlägigen Läufermagazinen wie Runner´s World, Running oder Spiridon. Getrost zum Altpapier geben können Sie gewöhnlich Tests der Stiftung Warentest und in Trivialmagazinen wie Fit for Fun.

Wieviele Paar Schuhe?

Wer das Stadium des Anfängers, so wie es definiere, hinter sich hat, also in der Lage ist etwa dreimal pro Woche eine halbe Stunde durchzulaufen, dem sei unbedingt angeraten, sich mindestens zwei Paar erstklassiger Laufschuhe unterschiedlicher Hersteller zu kaufen und diese im Wechsel zu tragen. Jeder Schuh hat seine Eigenheiten und fordert den Bewegungsapparat unterschiedlich. Wer immer im gleichen Paar durch die Gegend rennt, der mutet sich also systematisch einseitige Belastungen des Bewegungsapparates zu und erhöht sein Verletzungsrisiko. Auch geben Sie Ihren heißgeliebten Freunden so ausreichend Gelegenheit zum Trocken und zur Regeneration der Dämpfungseigenschaften der Mittelsohle. Ich lege besonderen Wert darauf, daß die Schuhe von unterschiedliche Herstellern sein sollten, da viele unterschiedliche Modelle eines Herstellers über den gleichen Leisten gefertig werden und sich so in ihren Basischarakteristika sehr ähneln, auch wenn man ihnen dies äußerlich nicht ansieht.

Nach oben hin gibt es selbstverständlich keine Grenze, was die Anzahl der Laufschuhe betrifft. Ich persönlich laufe derzeit 15 Paar unterschiedliche Modelle. Dazu kommen noch einige Paar inzwischen für das Lauftraining ausgemusterte Schuhe. Können Sie sich vorstellen, wie meinen nicht-laufenden Gästen jedesmal die Münder offenstehen, wenn sie vor meinem Schuhregal stehen?

Warum 15 Paar Schuhe? Ich bin ehrlich: ich liebe es Laufschuhe zu kaufen, ich liebe es mich mit Laufschuhen zu beschäftigen, ich ziehe regelrechte Motivationsschübe aus dem Kauf neuer Laufschuhe und ich kann zu keinem Schnäppchen nein sagen. Allein schon dieses sinnliche Rascheln des hauchzarten Papiers, in die die edlen Stücke in ihrem Karton eingewickelt sind, der betörende Duft, der jungfräulichen Laufschuhen entströmt, die Widerspestigkeit der Schnürlöcher, wie sie sich gegen das erstmalige Einfädeln der Senkel streuben. So muß sich ein Cowboy fühlen, der einem jungen Hengst zum ersten mal in dessen Leben einen Sattel auflegt.

Welche Marke?

Bestimmte Parameter sind beim Laufschuhkauf für den ambitionierten Einsatz völlig egal: Z.B. die Optik und die Marke. Es gibt eine große Anzahl von Laufschuhherstellern, die allesamt grundsätzlich prima Schuhe herstellen und die ich ohne Wertung als reine Orientierungshilfe hier alphabetisch aufführen will: Adidas, Asics, Brooks, Brütting, Diadora, Etonic, Fila, Icebug, Jack Wolfskin, Mizuno, New Balance, Nike, Puma, Reebok, Rykä, Saucony, Timberland.

Wie die Schuhe pflegen?

Niemals: in die Waschmaschine, denn so können Sie die Dämpfungsmaterialien zerstören. Also: Entweder gar nicht - total versiffte Laufschuhe zeigen wenigstens, daß sie in Gebrauch sind und man wird nicht mit einem Jogger verwechselt. Oder: Mit lauwarmen Wasser und Bürste. Nasse Schuhe mit Zeitungspapier ausstopfen und trocknen lassen. Nie auf die Heizung stellen!

Wie lange halten Laufschuhe?

Eine oft gestellte Frage, die pauschal nicht zu beantworten ist, weil sie von vielen individuellen Faktoren des Schuhs und seines Trägers abhängen. 800 bis 1000 km sollte ein guter Laufschuh schon aushalten. Schwere Läufer (> 80kg) mit biomechanischen Eigenheiten (starke Überpronation, ausgeprägte Supination z.B.) orientieren sich dabei eher an der Untergrenze, leichte, biomechanisch effizient laufende Läufer an der Obergrenze. Der Abrieb der Außensohle ist das kleinere Problem, hier kann man mit der Heißklebepistole schon präventiv tätig werden indem man die neuralgischen Stellen regelmäßig mit einem dünnen Klebstofffilm versieht, es ist die Mittelsohle, die schleichend ihre Dämpfungseigenschaften verliert und so zum Verletzungsrisiko wird. Schuhe mit ermüdungsarmen Dämfungselementen wie Air- oder Gel-Kissen, sind Schuhen aus reinem EVA-Schaum desbezüglich überlegen. Schwere Läufer sollten Mittelsohlen aus PU solchen aus EVA vorziehen. PU-Mittelsohlen fühlen sich ein wenig härter an als solche aus EVA, behalten aber wesentlich länger ihre Dämpfungseigenschaften bei. Leider sind die meisten Hersteller fast durchgängig zu EVA übergegangen, da der softe Auftritt im Geschäft eine Kaufentscheidung zugunsten eines solchen Modells erleichtert.

Ausgemusterte Schuhe lassen sich immer noch in der Freizeit tragen und schinden, je älter und abgefuckter sie aussehen, kombiniert mit uralten Finisher-T-Shirts, Eindruck auf Läufermessen und Nudelparties.

Kleidung

Selbstverständlich kann man in einer alten abgeschnittenen Bluejeans und T-Shirts laufen und sich Tennissocken im Zehnerpack kaufen. Wer nicht viel Geld ausgeben will oder kann, der braucht für Laufbekleidung nicht viel investieren.

Wer sich selbst, seiner Gesundheit und  Spaß am Laufen einen Gefallen tun will, der legt sich spezielle Laufbekleidung aus Funktionsfasern zu, die leicht, winddicht, wasserabweisend und doch wasserdampfdurchlässig sind. So bleibt die Haut im Gegesatz zu klassischen Baumwollklamotten, die sich mit Schweiß vollsaugen und so bei Wind leicht zu Erkältungen beitragen können, optimal trocken. Zudem zeichnen sich moderne Lauftextilien durch im Detail durchdachte Lösungen aus, die man insbesondere auf langen Strecken sehr zu schätzen lernen wird.

Welche Bekleidungselemente man braucht ist naturgemäß eine Frage der Jahreszeit und der Witterung. Speziell Frühling und Herbst mit ihren unsicheren, wechselhaften Wetterlagen sind nicht ganz unproblematisch, was die” Wahl der Waffen” angeht. Grundsätzlich ist bei Kälte das Zwiebelprinzip zu beachten: Lieber mehrere dünne Schichten, als eine dicke. Außerdem ist der Wind ein weit größeres Kälteproblem (Windchill-Faktor) als die blose Außentemperatur und somit winddichte Kleidung ein Element der Grundausstattung.

Wer regelmäßig läuft, dem wird auffallen, daß es in Wirklichkeit viel seltener und weniger regnet, als man gemeinhin glaubt. Spezielle extrawasserdichte Jacken und Hosen halte ich für übertriebenen Luxus. Mein diesbezügliches Equipment hängt meist ungenutzt im Schrank. Eine winddichte, wasserabweisende und atmungsaktive Jacke und eine ebensolche Weste für die Übergangszeit halte ich für wichtiger. Im Winter ergänzt mit einem Fleece-Pullover/Shirt und einem dünnen Funktionsshirt als erste Schicht auf der Haut, einer warmen Wintermütze nebst Wintertight kann man im Prinzip selbst bei sibirischer Kälte kaum frieren.

Auch die ausgeklügeltste Hightech-Jacke nützt nicht viel, wenn man drunter ein Baumwollshirt trägt. Wenn schon Funktionsfasern, dann von der Haut angefangen durchgängig in allen Schichten. Dies betrifft speziell auch die Unterwäsche, die für den Winter bei entsprechender Empfindlichkeit auch mit Windschutz erhätlich ist. Für die Damen empfiehlt sich ein spezieller Sport-BH.

Die meisten Anfänger machen den Fehler sich viel zu warm anzuziehen - daran erkennt man u.a. die “Jogger”. Bedenken Sie, wenn Sie vor die Tür treten, daß es Ihnen nach spätesten zehn Minuten durch das Laufen pudelwarm wird. Es macht also gar nichts, wenn man anfangs ein wenig fröstelt. Zur Vermeidung von Auskühlung ist es insbesondere wichtig auf eine Kopfbedeckung und dünne(!) Handschuhe zu achten. In der herbstlichen Übergangszeit kann man durchaus mit kurzer Hose und T-Shirt laufen, wenn man eine Mütze und/oder Handschuhe trägt. Lange Hosen/Tghts sind eigentlich erst bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius angezeigt.

Im Sommer reichen kurze Hosen und ein T-Shirt oder Tank-Top aus Cool-Max o.ä. völlig aus. Bei Training in der prallen Sonne und als Hilfe gegen in die Augen laufenden Schweiß bietet sich eine Mütze aus hellem Funktionsfasermaterial an.

Laufsocken zählen für mich zur absoluten Grundausstattung. Es gibt sie inzwischen in unterschiedlichster Machart. Sie zeichnen sich durch optimalen, blasenverhindernden Sitz aus, sind an den wichtigen Stellen extra gepolstert und aus feuchtigkeitstransportierenden Material. Nicht jeder Läufer kommt mit der gleichen Soche gleich gut zurecht. Daher geht Probieren über Studieren. Ohne Tadel sind hier auch die regelmäßig aufgelegten Laufsocken von Aldi, Lidl & Co.

Ein unglaublich vielseitiges “Universalkleidungsstüc”k ist der Buff, ein Textilschlauch aus Funktionsfaser, der sich in sekundenschnelle von einem Stirnband in einen Haargummi, in ein Piratentuch, einen Schal, einen Mundschutz oder eine Mütze verwandeln läßt oder im Winter als eine Art Sturmhaube unter der Mütze getragen, die Ohren vor beissendem Wind schützt. Ich persönlich möchte auf dieses Utensil, gerade in der kalten Jahreszeit, nicht mehr verzichten.

Laufbekleidung aus Funktionsfasern hat nicht selten die Eigenschaft, daß sie schneller zu stinken anfängt, als man laufen kann. Waschen sollte man sie nie mit Weichspüler. Für manche Fasern empfehlen die Hersteller spezielle Waschmittel. Daher genau die Etiketten studieren, damit die Fasereigenschaften nicht zerstört werden.

Schnäppchenjäger finden speziell bei ALDI mehrmals jährlich Laufbekleidung mit einem absolut unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis. zwar kommen die Textilien im Detail und im Tragekomfort i.d.R. nicht an die wesentlich teureren Markenprodukte heran, aber wer nicht viel ausgeben will oder kann, der wird dort absolut fair bedient. Die harten Bandagen am Tag X nicht vergessen, denn es geht bei ALDI an Tagen, an denen es Laufklamotten gibt, zu wie bei einer Haifischfütterung. Positive Berichte habe ich auch schon über die Laufbekleidung von Tchibo gehört, während mich persönlich LIDL, PLUS und NORMA nicht immer überzeugen konnten.

Meßgeräte

Uhr

Eine einfache Digitaluhr mit Stopuhrfunktion, und nicht einmal eine solche braucht man, um Laufen zu können, reicht für den einfachen Anspruch aus. Technik-Freaks können aber aus einer breiten Palette z.T. sündhaft teurer Laufuhren mit unterschiedlichsten Funktionen vom Höhenmesser, über Taktgeber bis zum GPS-System wählen. Für sinnvoll halte ich persönlich eine Stopfunktion mit Zwischenzeitenspeicherung (mindestens 43 Speicherplätze, damit man beim Marathon die km-zeiten speichern kann), Wecker (für Laufreisen) und Count-Down (für Intervalltraining, aber häufiger noch für die Zubereitung von Pasta al dente). Auch eine gute Beleuchtung der Uhr wird man im Winter bei Dunkelheit schätzen lernen.

Pulsmesser

Wer sich einen gut ausgestatteten Pulsmesser zulegt,  kann im Grunde auf eine spezielle Laufuhr verzichten, weil dieser die zentralen Funktionen meist integriert hat. Selbstverständlich braucht man grundsätzlich keinen Pulsmesser um laufen zu können, für Technikfans und Konrollfanatiker ist er ein wichtiges Utensil geworden, speziell wenn man sich in seiner Trainingssteuerung am Puls orientieren will. Gerade für Anfänger oftmals ein hilfreiches Mittel um ein Gefühl für die Belastung zu bekommen. Ich selbst lasse regelmäßig ganz bewußt Pulsmesser und Uhr zuhause und laufe einfach nach Gefühl und ohne jedes Zwangskorsett.

Man kann auch hier ein kleines Vermögen ausgeben oder bei Verzicht auf Luxusfunktionen um 20 EUR beim Discounter fündig werden. Sinnvolle Features sind m.E. neben der Anzeige der Herzfrequenz als Basisfunktion programmierbare Ober- und Untergrenzen, ein indexiertes Funksignal bei Laufen in der Gruppe, um stets nur sein eigenes Signal angezeigt zu bekommen sowie die Möglichkeit einen Batteriewechsel selbst durchführen zu können. Diesbezüglich gibt es bei manchen ansonsten hervorragenden Geräten des Marktführers POLAR teure Überraschungen wenn die Geräte eingeschickt werden müssen bzw. der Sender alle zwei Jahre für viel Geld komplett ersetzt werden muß. Eine unverschämte Beutelschneiderei.

Sonstige Meßgeräte und elektronisches Spielzeug

Die Elektronikindustrie hat sich allerlei mehr oder weniger nützliche Spielzeuge für Läufer einfallen lassen, um seinem Informations- und Spieltrieb gerecht zu werden. So gibt es zur Messung der zurückgelegten Strecke und Geschwindigkeit einfache Schrittzähler und sogar GPS-Systeme, es gibt Laktatmeßgeräte, die allenfalls für ambitionierte Leistungssportler im Freizeitbereich, die jederzeit aktuell über ihre anaerobe Schwelle informiert sein wollen, Sinn machen können und Körperfettmeßgeräte  bzw. -waagen, die zur Kontrolle des prozentualen Körperfettgehalts nützlich sind und inzwischen deutlich billiger zu haben sind, als noch vor wenigen Jahren. Wer läuft, auch um an Gewicht zu verlieren, für den sollte sich diese Investition als sinnvoll erweisen. Muskelstimulationsgeräte sollen die Regeneration fördern, jedoch habe ich weder eigene Erfahrung mit diesen Geräten, noch kenne ich jemanden, der so ein Ding benutzt.

Für Läufer mit Angst vor Hundeattacken - ein unerschöpfliches Thema für Läufer - gibt es Ultraschallgeräte, die die bissigen Vierbeiner in die Flucht schlagen sollen, und es gibt Miniradios und MP3-Player (z.T. mit Alarm und Taschenlampe), die nur ein paar Gramm wiegen und mit einem praktischen Clip an der Hose zu befestigen sind. Summa summarum: Man kann in jedem Falle ohne all diese Gimmicks Freude am Laufen haben. Aber was wäre das Leben ohne ein gewisses Maß an Überfluß...?.

Sonstige Ausrüstungsgegenstände

Stirnlampe

Eine prima Erfindung für die kalte Jahreszeit, in der man zumeist in der Dunkelheit trainieren muß.

Leuchtwesten, Reflektorbänder

Erhöhen die Sicherheit in der Dunkelheit, wenn man in verkehrsreichen Gegenden trainieren muß.

Trinkflaschengürtel, Getränkerucksäcke

Insbesondere im Sommer aber auch ganzjährig auf langen Läufen von mehr als einer Stunde Dauer sehr nützlich, um den Flüssigkeitshaushalt im Griff zu behalten.

 Ich bevorzuge einen Trinkflaschengürtel mit acht Fläschchen à ca. 0,15l, den ich je nach Bedarf aufmunitionieren kann und weil mir ein Rucksack ein wenig affig vorkommt und schlechter zu reinigen ist. Praktisch: Verstaufächer für Schlüssel, Kleingeld o.ä..

Brustwarzenpflaster, Blasenpflaster

Wer sich  auf einem langen Lauf einmal die Brustwarzen blutig geschmirgelt hat, der macht sich seine Gedanken. Statt der speziellen Brustwarzenpflaster (bei Runner´s Point) tut es auch Hansaplast. Blasenpflaster (z.B. von Compeed) sind als vorbeugende Maßnahme für diesbezüglich empfindliche Läufer eine nützliche Sache.

Vaseline, Hirschtalg, Melkfett

Ein Klecks zwischen die Beine, ein Klecks in die Armbeuge - und Wundscheuern ist kein Thema mehr. Wer sich einmal einen Wolf gelaufen hat, wird seine Lehren daraus ziehen.

Auftriebswesten

... bei Verletzungen für das Aqua-Jogging in tiefem Wasser. Durch diese den Bewegungsapparat schonendeTrainingsform läßt sich die Form bei Verletzungen prima konservieren und sogar ausbauen. Spaß machen aber andere Sachen.

 

Dämpfungseinlagen

...für die Schuhe. Aus Elastomeren oder mit Gelfüllung sind nützlich (wenngleich oft unverschämt teuer) wenn die Dämpfung der Schuhe zu hart erscheint oder schon etwas nachgelassen hat.

Knie-/Sprunggelenkban dagen

Bei instabilen Gelenken oder Neigung zu Umknicken im Sprunggelenk (Folge: Bänderdehnung; -riß) nützlich. Nimmt ein wenig die Angst vor Verletzungen, wenn man das Training wieder aufnimmt.

Laufband

Mir tun die armen Schweine leid, die auf einem Laufband in miefigen Buden trainieren, aber sie werden ihre Gründe haben. Für Frauen, die sich vor Übergriffen im Dunkeln fürchten sicher eine gute Alternative. Vorsicht vor billigen Dingern - ein brauchbares Laufband kostet Minimum 4000 EUR. Alles andere ist Heckmeck.

Lauf-Kinderwagen

Auslauf mit den Kleinen. Eine feine Sache, um im Training mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können - eine lästige Plage bei Laufveranstaltungen, wo die stolzen Papis ihre Brut - vier Stunden ohne Bewegung bei sengender Hitze ist Kindesmißhandlung! - zur Schau stellen müssen, die Strecke blockieren und anderen Läufern in die Hacken fahren. Seit kurzem auf den meisten Events, Gott sei Dank, untersagt.

Wofür man noch Geld ausgeben kann

Lauffachzeitschriften, Laufliteratur, Laufseminare, Laufreisen zu Wettkämpfen und in Trainingslager, Mitgliedsbeiträge für Laufvereine,Startgelder, Nahrungsergänzungsmittel, Regenerationsmaßnahmen (Massagen, Sauna, etc.), Leistungsdiagnostik und Trainingsberatung.

Wer von Ihnen ist nun noch immer der Überzeugung, daß Laufen ein billiger Sport ist?

 

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